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21. März 2011 / Kees Jaratz

Ein Tag mit 28 Stunden

Saison 1997/98

Horst H.  (* 1941)

Morgens um vier bin ich erstmal zur Bäckerei in Meiderich und habe Brötchen geholt. Die Bäckerei hatte natürlich noch nicht auf. Da bin ich hintenrum gegangen zur Backstube. Dann weiß ich gar nicht, wie wir zum Bahnhof gekommen sind. Wir hatten die Brötchen dabei, Gehacktes, um die Brötchen zu beschmieren, und da haben wir uns getroffen – mein Sohn, seine Arbeitskollegen und von mir noch ein paar Freunde. Ja, und dann haben wir uns in den Zug gesetzt und sind nach Berlin. Auf der Fahrt gab es immer wieder Unterbrechungen, weil irgendwelche Leute meinten, sie müssten Notbremsen ziehen. Der Zug muss dann, so haben wir da erfahren, erstmal von vorn bis hinten kontrolliert werden, wo die Notbremse gezogen wurde und ob auch alles in Ordnung ist. Dann erst kann der Zug wieder weiterfahren. Das ist natürlich unangenehm. Aber … wir waren zwar davon betroffen, geschadet hat es uns nicht.

Da sind wir dann angekommen in Berlin und sind erstmal quer durch die Stadt mit der U-Bahn gefahren. Am Ku´damm sind wir so ein bisschen rauf- und runtergelaufen. Und dann kamen wir zu so einer Kneipe und da waren nur Bayern-Leute drin. Wir aber dabei, und wir haben uns nett unterhalten … vernünftig. Als wir uns nachher getrennt haben, hat sich jeder alles Gute gewünscht.

Dann sind wir zum Stadion gefahren. Es war ja das erste Mal, dass ich das Berliner Stadion gesehen habe …  diesen großen Bau. Das war schon ein Erlebnis. Als wir ins Stadion rein gingen, standen da die Schiedsrichter-Experten, die der DFB so hatte. Das Vorspiel war schon dran. Da spielten die Frauen… der FCR Duisburg gegen Frankfurt, und als wir kamen, stand es schon vier null für Duisburg. Dann haben wir uns das Spiel vom MSV gegen die Bayern angesehen. Haben wir natürlich leider verloren … ungerechtfertigterweise … weil ja der DFB den MSV nicht als Deutschen Pokalsieger haben wollte … sage ich mal … böswillig. Danach sind wir dann wieder zurück zur U-Bahn, von da aus zum Bahnhof und vom Bahnhof  aus wieder nach Hause. Auf der Rückfahrt waren alle kaputt. Der Zug hat auch nicht immer angehalten wie auf der Hinfahrt. Am anderen Morgen um acht Uhr waren wieder zu Hause. Das war anstrengend, aber das war ein Erlebnis.

Das war ein Gegensatz zu 1975 … ich hatte ja schon mal ein Pokalendspiel in Hannover gesehen. Das war das gegen Frankfurt. Das haben wir dann ja auch unglücklich verloren … in der Matsche. Da sind wir im PKW mit vier Mann hingefahren Die Erinnerung daran ist viel weiter weg und ist auch nicht so bedeutend. Da sind wir mit dem Auto hin und nachts wieder zurück. Das war also nichts Besonderes.

Aufgezeichnet von Kees Jaratz

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